Minutiae
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Sommer in Tübingen


 

 

 

 


Lobdeburg und Lobeda


  


Würzburg, August 2019



Amsterdam, Juni 2019


Spiegelungen


Blumen aus Amsterdam


 

Fahrräder


Rembrandt


  

 

Esslingen, November 2018



Düsseldorf November 2018




   

 

  

Heidecksburg, September 2018


Papenburg, März 2018



Offenburg, Mai 2017



Zürich, Dezember 2017


  

 

 

Kassel, November 2017


  

Kempten Juni 2017


  

 

Rothenburg, Juni 2017



Rastatt, Mai 2017


  

Gießen, April 2017


  


Münchner Tiere


Münchner Originale


Münchner Szenen


 

Dresden, Oktober 2016


 

Colmar, Oktober 2016



Trier Juni 2016


  

Luxemburg Juni 2016


  

Mailand, April 2016


Augsburg, Februar 2016


 

Paris, Juli 2015


Notre-Dame I

Ein Dom auf einer Insel in der Seine
Gestrandet vielschiffig.
Die Türme Schlote, seltsam abgeschnitten.
Hinter der Rose wird der Käpt’n sitzen,
darunter eine Reihe Steuermänner.
Sie tragen Kronen anstatt Epauletten. 

Ein umgekehrter Kreuzzug: Heiden kommen
Aus aller Herren Länder (sogar aus dem eigenen).
Sie kommen massenhaft ins Inselherz der Stadt.
Die Schlange der Besucher windet sich hinab zum Eingang,
quer über den gesamten Platz.
(Geduld nur! das Buffet ist lang noch offen!)
Vorm Eintritt schnell ein Blick zum Hauptportal:
Letztes Gericht, possierlich, Fratzen!
Und dort, die Führer weisen darauf hin, vielsprachig:
dort, sehen Sie! Der Mann trägt seinen Kopf
Unter dem Arm. Der Schädel schaut nicht bös.
Geköpft
Ist er gewandert von der Vorstadt bis hierher,
ins Herz der Stadt, und hat den Dom gegründet,
das große Schiff, geweiht der Jungfrau: Dionysios
sein Name. 

Geköpft
wurde auch später hier,
unter der Guillotine fielen
sogar gekrönte Häupter.
In Echt und auch in Stein.
Was macht es schon für einen Unterschied,
judäische oder französische,
König ist König. Punktum. Kopf ab.
Heut trägt man Selfiestick statt Pilgerstab
und Kronen höchstens noch im Mund.  

Notre Dame II 

Das Kreuzfahrtschiff ist jetzt geschlossen für die Nacht.
Die Heil’gen ruhen, die Rosen haben
Nach innen sich gekehrt. Sogar die Wasserspeier
Schauen versöhnlich drein im Abendrot.
Heilige Stille.
Nicht aber auf dem Vordeck!
Asiaten haben die Schicht übernommen.
(Fertig vom Shoppen? Jetlag? Sonnenfürchtig?)
Große Gruppen, jeden Alters. Ein greises Ehepaar
mehr Falten als Gesicht, den Blick gesenkt,
schlurft hinterher. Man lauscht
der Führerin, ergeben geradezu.
Was sie wohl erzählt?
Von Dionysios und seiner Wanderung?
Vom Christentum, dem fremden,
das so viel Köpfe rollen ließ?
Von Himmel und von Hölle, geistlichen
Und weltlichen Gerichten? 
Die Menge lässt die Blicke schweifen.  
Selfiestangen
u
mgeben sie, ein Schutzwall.
Im Wechsel porträtiert man sich.
Auch unter Karl dem Großen. Hoch zu Pferd,
doch etwas an den Rand gedrückt,
thront er, das Kreuzschiff fest im Blick.
Den Kopf erhoben noch samt Krone,
der ideale Herrscher (aber
Wo ist sein Reich geblieben?)    

Jardin des Plantes 

Ein Tiger wohnte einst hier,
sehr berühmt gemacht von einem Dichter:
der weiche Gang geschmeidig starker Schritte“ -
„und hinter tausend Stäben keine Welt“.
Heute sind die Tiere alle abgetrennt, im Seitenflügel,
die Menge aber tummelt sich im abendlichen Garten.
Groß angelegt, wie alles hier, mit weiten Achsen,
Alleen mit Schattenbänken, Platz zum Atmen,
kein Stadtlärm mehr.
Noch nicht mal Jogger haben Lust zum Laufen heute
(„gehetzter Gang schweißtreibend weiter Schritte“ -
wir drehen uns genauso um uns selbst
wie einst der Tiger. Den Blick
nach innen statt nach außen.
Und ganz ohne Gitterstäbe).  

Am Rande thronen die Paläste
des Wissens. Glashäuser. Museen. Galerien.
Davor uralte Steine. Riesenbäume.
Durch die Fenster
Sieht man das Rückgrat von Giganten: Saurier.
Dazwischen aber steht,
wie schon bei Rilke damals,
ein kleines Karussell. Doch ohne weißen Elefant.
Zwischen Giraffen und dem Vogel Strauß
Ein Pandabär mit Honigkörbchen.
Ganz von allein
Kommt ein Refrain dahergeweht:
Und dann und wann ein Pandabär… 

Dahinter auf dem Haus steht groß und golden:
"Kryptogamie". Man rätselt:
Geheime Ehen? Verschlüsselte Verbände?
(das Internet belehrt uns später: Kryptogame
blühen im Geheimen,
vermehren sich ganz ohne Blüte,
Alge, Moose, Farne, Pilze –
Im Gegensatz zum Menschen, offensichtlich,
der ewig schauläuft für die Paarung,
egal ob Blüte oder nicht: ein Selfie noch
mit der Herzallerliebsten dieses Jahres!)

Und dann und wann ein Pandabär
(wenn er nicht ausstirbt bis dahin).  

Louvre 

Ein zweites Kreuzfahrtschiff
Und größer noch, viel größer als das erste
Auf seiner Insel. Es liegt am Ufer
Mit Innenhöfen, Flügeln, Galerien,
dem Park mit Teichen hintendran
wie eine eigne Stadt.

Sein altes Herz jedoch
Ist ausgetauscht. Das Neue schlägt aus Glas,
wird nachts von Licht durchpulst,
um dann, am nächsten Morgen,
wieder bereit zu sein
für all die fremden Gäste. 

Den Eingang zu der Pyramide
Bewachen nicht mehr Sphinxen.
Sondern Metalldetektoren.
Unterirdisch
ein Labyrinth zunächst. Zwar strömen
die meisten der Besucher
zu ihr allein, der heimlich Lächelnden
(und keiner weiß warum,
Bis man sie dann erreicht hat:
Sie ist so klein. So weit entfernt.
Was soll man schon tun,
im kleinen Rahmen,
Als melancholisch lächeln?).

Wer aber abweicht und ins Labyrinth sich traut,
der findet reiche Beuteschätze
aus grauer Vorzeit. Sphinxen, endlich.
Sie lächeln weit geheimnisvoller
Als Mona Lisa.
Und man erstaunt,
wie reibungslos Archaisches sich fugt
in Spiegelsäle voll barocken Glanzes.  

Und dann die Nike erst!
Wie füllt sie das weite Treppenhaus!
Als wären alle Stufen nur Teil ihres Podestes,
der ganze Torso konzentrierter Leib des Schiffes,
(und wer braucht einen Kopf,
der einen Leib hat so voll Energie,
und Flügel noch dazu?)
Besucher drängen ihr zu Füssen, kleiner noch
Erscheinen sie, trotz Selfiestangen,
wie Menschenpuppen. Nike aber lebt. Auch ohne Kopf.
(wie Dionysios. Ein echter König
Braucht halt keinen Kopf. Er trägt
die Krone in sich selbst). 

In hellen Innenhöfen
Erproben Marmorkörper Posen
(ganz ohne Selfie).
Grimmig blickt Spartakus. Er wäre
Ein würdiger Gefährte für Nike, zweifellos.
Sie alle wirken
Wie Schachfiguren eines großen Künstlers,
der des Nachts, wenn keiner schaut,
die Positionen tauscht.
Das merkt doch keiner!
Eine Statue ist wie die andere.
Marmor eben. Nackt.
Schön. Wenn man sowas mag.
Ein wenig langweilig,
wie alles wahrhaft Schöne.

(Für alle andern lächelt Mona Lisa. Ist ihr Job.
Sie macht ihn gut

 

Leipzig, Juni 2015


 

Erfurt, Juni 2015



Mainz, Mai 2015


  

Basel-Tattoo 2014



London, Juni 2014


 

Baden-Baden, Juni 2104



Lyon, März 2014


 

Palma, Dezember 2013



Toulouse, Oktober 2013



Weimar/Jena, September 2013


 

Madrid, August 2013


  

Heidelberg, August 2013


 

Bern, August 2013



Marburg, Juli 2013



Frankfurt, Juni 2013


 

Wittenberg, Mai 2013



Karlsruhe, April 2013



Düsseldorf, Januar 2013



Berlin, August 2012



Potsdam, Juli 2012



Freiburg, 2012-13-14



Bratislava, Februar 2011



Edinburgh, Weihnachten 2007



 

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